UncategorizedApril 7, 2008 9:18 pm


Das Wetter war verdammt unfreundlich, doch kurz vor Beginn des PunkRaves hörte es auf zu regnen und so versammelten sich eine von allen Wettern gewaschene jubelfreudige Meute, die im Laufe des Nachmittages auf rund 400 Menschen anwuchs, um die 2 Wagen der Hedonistischen Internationale HH und des Hafenklanges. Trotz des Wetters war die Stimmung verdammt gut! Zwei netten Reden befassten sich mit der städtischen Stadtumstrukturierungspolitik in der Schanze, von der die Räumung des Wagenplatzes Bambule und die teilweise tödliche Jagd auf migrantische Mitbürger traurige Höhepunkte sind und deren bestes Ergebnis die Verwandlung eines der schönsten Orte der Stadt, dem Schanzenpark, zu einem Vorgarten für blöde Messegäste ist. Bei schönsten Klängen und unter großem Jubel tanzte sich die Menge dann ins Karoviertel, wo eine flammende Rede "Gegen die Hetze, gegen Gesetze, für mehr Bauwagenplätze" gehalten wurde, und anschließend ein kleines punk-core-krach Konzert stattfand das zufälligerweise so klang wie der Sound von Alec Empire, der jedoch nicht wieder gesehen wurde.. anschließend ging es durch die Wohlwillstrasse auf die Reeperbahn, wo zwei Kundgebungen vor dem privatisierten Spielbudenplatz und dem anderen Empire -dem Hotel- gehalten wurden und bei Anwohnern auf großes Interesse stießen. Nach der Abschlußkundgebung vor dem Pudel Club gingen die meisten Teilnehmer auf das Strassenfest gegen Gentrification, in dessem Rahmen der PunkRave stattfand. Dort tauchten urplötzlich die beiden Sound-Lkw wieder auf, nachdem sie anscheinend ge-carp-ert worden waren. Nach hin und her und dies und das konnte mehr Sound bis zehn Uhr abends durchgesetzt werden, als die Hafenstraßenhäuser ihre Tore für eine lange Partynacht öffneten. 

Die inhaltlich sehr gelungene Auftaktveranstaltung, bei der Gentrification unter verschiedenen Gesichtspunkten thematisiert wurde, könnt ihr euch unter www.esregnetkaviar.de anschauen, lohnt sich!

alles für alle, äh, alles in allem eine gelungene eröffnung der politischen open air saison, vielen dank bei allen mithelfern und für das geile publikum. mit euch macht demonstrieren am meisten spass!

 

UncategorizedApril 2, 2008 1:45 pm

Samstag 5.4. ab 13h Sternschanze Punk-RAVE für eine moderne Stadt

mit Unterstützung der Hedonistischen Internationale, Drumbule, Hafenklang und Marcus Carp / Gladbeck City Bombing / no se todo + Überraschungsgast (post-punk-rave..mmmhh)

ES REGNET KAVIAR!

Wie immer billige REgenschirme bei Rossmann 2,50€ - Farbdose drüber, heisses Accessoire ;- 

Phantasievolle Freiräume statt langweiliger Investorenträume!

In Hamburg, da geht einiges. Zum Beispiel hunderte! Millionen öffentlicher Gelder die Elbe hinunter, für die Errichtung und Erschließung von Büroflächen und Luxuswohnungen mit angeschlossenem Yachthafen. Zusammen mit der Schaffung der Hafen City wird seit einigen Jahren fast die gesamte westliche Innenstadt umstrukturiert: Sanierungen und Mieterhöhungen führen zu einer massiven Verdrängung ärmerer, oftmals migrantischer Bevölkerung an die Randgebiete, die durch zahlungskräftigeres Klientel ersetzt werden. Dabei gehen private Investoreninteressen einher mit städtischer Hilfestellung, etwa durch massive Ausweitung von Polizeikontrollen samt Orwellscher Technik, die erst die Rahmenbedingungen für die Aufwertung schaffen. Oder, ganz Zuckerbrot und Peitsche, durch die städtisch initiierte „Kulturalisierung“ von Stadtteilen wie Wilhelmsburg und Veddel, die durch Kunstevents „der Bevölkerung im neuen Licht“ erscheinen sollen, bis sie dann zum südlichen Teil der Stadtmitte radikal umgestaltet werden. Dies sind einige der Facetten der sog. Gentrification, ein weltweites Phänomen, vom Schanzenviertel bis nach Brooklyn. Eine solche Stadtentwicklung ist aber kein Naturgesetz, sondern die logische Folge des von Politikern häufig beschworenen „internationalen Wettbewerbs der Metropolen“. Gerade St. Pauli ist davon zunehmend betroffen, die Mietpreise für Neuvermietungen entsprechen mittlerweile denen von Blankenese und Nienstedten. Für das bestehende „Milieu“ soll es auf St. Pauli „keinen Bestandsschutz geben“. In anderen Worten: Die Vertreibung der hier und jetzt Lebenden ist durchaus nicht unerwünschtes Ergebnis einer Aufwertungspolitik. Der aktuellen Stadtpolitik geht es nicht darum, die Lebensqualität der Paulianer zu erhöhen (für die es eine Menge zu tun gäbe: Weg mit dem Autoverkehr, mehr öffentliche Grünflächen etc.), sondern privatisiert öffentlichen Raum, etwa den mit Millionen € Steuergeldern umgestalteten Spielbudenplatz, damit er dem Gemeingebrauch entzogen und für eine private Betreibergesellschaft verwertbar gemacht wird. So gilt dort privates Hausrecht, es darf dort nicht mal mehr demonstriert werden, gleiches im „Bavaria Quartier“, wo sogar die Straßen privatisiert wurden.

Für uns sind die Anwohner St. Paulis aber kein „nicht schützenswertes Milieu“, sondern die in Deutschland wohl einzigartige Melange verschiedenster Subkulturen, vom (bettelnden Lebens-) Künstler bis zum migrantischen Transvestiten, die hier (noch) auf wenigen Quadratkilometern zusammenleben. Dies ändert sich schlagartig. Doch Kupferfassaden und sterile Luxuswohnungen gibt es überall auf der Welt, das Herz von St. Pauli schlägt auf der Straße, in verrucht und verrauchten subkulturellen Nischen. Den Betreibern unkommerzieller Kulturveranstaltungen bläst schon länger kalter Hafenwind entgegen. Flächen und Genehmigungen für Veranstaltungen sind fast nicht zu erhalten solange dahinter nicht viel Geld und professionelles Sponsoring steht. Wir kommen fast nicht zum Auflegen unter all den Auflagen! Sogar das für dieses Wochenende geplante Anwohnerfest! in Park Fiction wurde teilweise verboten, nur einige Teil unter hohen Auflagen (etwa: kein Alkoholausschank) erlaubt. Stadtpolitik wird hier nicht für Anwohner gemacht. Wenn mal wieder ein Riesenschiff kommt, oder eine Marketingfirma die Hafenkulisse braucht, werden keine Kosten und Mühen gescheut. Ein anderes aktuelles Beispiel ist der Hafenklang, der nun schon aus seinem Exil vertrieben werden soll. Warum? Weil da so ein Investor an den anderen Investor verkauft hat und der zwar konkret nichts machen will, aber den Hafenklang eben auch nicht mag..

Harmonie in einer Stadt entsteht nicht durch die Klänge eines Orchester-Ensembles, sondern über die Beantwortung der grundlegenden Frage: In was für einer Stadt wollen wir leben? Wir hätten da in paar Vorschläge:

Die Stadt denen, die in ihr leben!

Für ein sozial und kulturell vielfältiges St. Pauli!

Anwohner vor Profit Interessen! 

 Förderung der Sub- und Clubkultur!

Genehmigungen für alle Veranstaltungen!

 Bereitstellung leerstehender Flächen für Kunst & Kultur!

Mehr Phantasie statt Elbphilharmonie!

SUBKULTUR statt HAUTE COUTURE!

 

www.esregnetkaviar.de

 

Presse:

Abendblatt

Mopo: Stoppt die Schickimickis

und besonders schön, unsere verquasten Freunde der "Welt"

 

UncategorizedMarch 26, 2008 10:57 pm

Freitag 28.03 Flora! Freunde des Feierns & des Fortschritts,

es gibt viel zu tun, zum Beispiel Feiern, diesen Freitag 28.03. in der Roten Flora, wo wir auf Einladung der rotzigen beatz eine feine Solisause bestreiten und euch und uns mit schönsten Klängen und verpeilter Propaganda verwöhnen werden. Tibeter-Schlagen zur Olympischen Disziplin! Aber auch darüber hinaus wollen wir der grün-schwarzen Zukunft ein paar Farbspritzer verpassen und Hamburg zu einer wachsenden bunten Open Air Wiese verwandeln. Deswegen unterstützen wir das Straßenfest "unsere neuen nachbarn machen mir angst" der Anwohner des vom akuten Inverstorenwahn befallenen St. Paulis am Samstag 5. April ab 13h Sternschanze. Von dort geht es dann laut und lustig zu Park Fiction / Hafenstrasse, zum Stadtteilfest für höhere Mieten, mehr Werber und weniger Subkulturelle Freiräume. Dort erwartet uns eine lange gedeckte Tafel und viel Tralala mit Flohmarkt (kann jeder vorbeikommen mit Sachen, ab morgens!) und Musik. Der Weg dorthin wird akkustisch begleitet von den künftigen Residents der vertieften Elbvielarmonie: Techno von uns + Punk vom Hfnkln = Rave Punk. Ja, 13h ist früh aufstehen, aber es wäre trotzdem toll wenn ihr kommt. Und nachdem wir ja schon durch strömenden Weltuntergangsregen und durchgedrehte Prügel Polizisten getanzt sind, ist der Schneeregen doch mal ne schöne Abwechslung. Nee, wird natürlich viel viel besser.. der Ronald wird den Schnee schon vorher wegziehen..

Freitag 28.03 Rote Flora Techno * Drum n Bass * Dubstep

Samstag 5. April 13h Sternschanze PUNK RAVE PUNK RAVE

Marcus Carp (U.Site) comfyraver (rotzige beatz) Alexander Getan (rotzige beatz)

Drumbule / GladbeckCityBombing / no se todo / hafenklang überraschungsgäste 

 

 den Jingle gibts hier

UncategorizedDecember 10, 2007 8:32 pm

Samstag 15.12 Bundesweite Demostration gegen Überwachungswahn, Repressionen, § 129a und FÜR die Freilassung aller linken politischen Gefangenen und eine Welt ständigen Weihnachtens 13h Rote Flora

 Tanzen statt Wanzen! Hedonistisches Raven im Umkreis der Demo, im "Little Sister beats Big Brother Block" und überall dort wo es weihnachtet

Musik: Schäuble & Schilly (LiveSet) 

Endlich ist wieder Weihnachten, eine Zeit die wir Hedonisten als Traditionalisten des guten Geschmacks besinnungslos begehen möchten. Shoppen hier, noch mehr kaufen da, den Kreislauf des Warenwahnsinns fördern und uns unschuldig fragen, woher all das Übel in der Welt bloß stammen könnte. Mehr Konsum, Mehr Kapitalismus, Mehr Krieg?

Ein besonderes Fest bedarf großer Geschenke. Unser Tipp: Schenken Sie sich Freiheit! Kaufen Sie ihrem Liebsten eine neue Überwachungskamera, installieren sie am PC der Freundin einen Keylogger, engagieren sie mal wieder nen Detektiv, eine Wanze im Büro, protokollieren sie ihr Leben und geben ihre Daten in professionelle Hände; werden auch sie gläsern, durchsichtbar und dadurch unsichtbar.

Derweil erfreut sich auch Bundesfreiheitsminister Schäuble an der Sicherheit im Leben der Anderen. Und da die Freiheit des Anderen bekanntlich auch die unsere ist, erfreuen wir uns an den reichlichen Gaben, die die Regierenden für uns und andere vorbereiten.

Globaler Wettbewerb erfordert Ruhe im Inneren. Der Überwachungsstaat nimmt schärfere Konturen an, die Vorratsdatenspeicherung ist beschlossen und wird dafür sorgen, dass wir bald keine Angst mehr haben müssen, eventuell mal einen Terroristen an der Strippe zu haben, wenn man morgens aus dem Bett geklingelt wird. Für die verfeiert - Vergesslichen unter uns wird es bald den Service geben seinen Aufenthaltsort der vergangenen Monate GPS genau zu lokalisieren, bei Uneinigkeiten ala "hab ich dir gesagt!" kann man sich seine Telefongespräche als mp3 erneut runterladen. Und wenn der Rechner abschmiert, gibts da noch nen Back-Up in Wiesbaden.

Und dann noch aus der jüngeren Zeit: Biometrische Ausweise, einheitliche Steuernummer, Zusammenlegung hunderter skuriller Behördendateien, in die man auch mal einfach so, etwa durch einen rechtswidrigen Platzverweis, gelangen kann und auch nicht mehr einfach raus kommt, Auflösung der Trennung von Geheimdienst und Polizei, präventive Ingewahrsamsnahme bis zu 14 Tagen, verdachtsunabhängige Personenkontrollen, großer Lauschangriff sowohl präventiv vor der vermeintlichen Begehung von Straftaten wie natürlich danach zur Strafverfolgung, Zeugen der Polizei vor Gericht als Clowns verkleidet, Abgleich von Sozial-, Finanzamts- und Bankdaten, Übermittlung persönlicher Informationen von Fluggästen weltweit, öffentliches Infragestellen des Folterverbots, Diskussion über die gezielte Tötung Unschuldiger (Flugzeuginsassen), ein Innenminister der bewusste "Tabubrüche" an rechtsstaatlichen Errungenschaften inszeniert, Schengen-weite Flüchtlingsdatenbanken, Videoüberwachung öffentlicher und privater Plätze, Peilsender an Autos engagierter Bürger, GPS-Bewegungsprofile, faktische Aushöhlung der Versammlungsfreiheit, das ständige Gefühl; einfach nicht zu wissen wer was weiss und was dass mit einem selbst zu tun hat. Ihrer Freiheit sind keine Grenzen mehr gesetzt, Freiheit entsteht durch Sicherheit!

Das ist nur die Spitze vielfältiger beruhigender Maßnahmen, die unsere Leben verschönern und vereinfachen werden. Umso wichtiger ist es sich jetzt dafür einzusetzen, dass wieder nicht nur einige von Fortschritt und Freiheit profitieren, sondern wirklich alle am Fortschritt teilhaben können, und deswegen fordern wir die totale Wohnraum-, Telefon-, Lebens- und Lustüberwachung für ALLE! Wir haben Genug von der ständigen Unsicherheit! Wir fordern Kontrollen, Kontrollen, Kontrollen! Wer nix zu verbergen hat, der braucht auch keine Freiheit!

Gleichzeitig möchten wir unsere tiefe Befriedigung über die bereits durchgeführten Maßnahmen äußern: Die Terroristen in der Roten Flora werden endlich flächendeckend überwacht, bundesweite Razzien und Festnahmen sind erfolgt. Doch müssen all die Brandstifter, die unsere schönen Autos umweltschädlich entsorgen noch gefasst werden und die Terroristen, Kriminellen, die militärische Abrüstung mit Abrüstung des Militärs verwechseln überführt und unschädlich gemacht werden; jawohl! Wie gut dass dafür die Post ganzer Viertel durch LKA Hände ging, die Daten vieler Handymasten mitgeschnitten wurde sowie hunderte privater Telefonate und Wohnräume abgehört wurden. Auch die geistigen Brandstifter, Berliner Soziologen etwa, die die deutsche Sprache mit anglizistischen Terrorworten wie Gentrification verunreinen oder an längst überwundene Phänomenen wie die Präkarisierung erinnern, werden mit Einsatz neuester Technik (Google) aufgespührt und an ihrer Pöbelei über die Verschönerungen von Statteilen und die Flexibilisierung menschlicher Abhängigkeitsverhältnisse gehindert. Sollen wir etwa alle im Kreuzberg der 80ér leben? Wollt ihr etwa feste Jobs? Nein, das darf und soll nicht sein, und schon bei unserer letzten Veranstaltung haben wir ja auf die schöne neue Kiezwelt auch in Hamburg hingewiesen. 

Deswegen rufen wir alle auf, sich von der bundesweiten Demo gegen Überwachungswahn, Repressionen und den § 129a am 15.12 in Hamburg entschieden zu distanzieren! Wir werden bunt gekleidet einen Wagen der autonomen Krawallmacher übernehmen und ihre Demonstration unterlaufen, gemeinsam mit anderen Gruppen des "little sister beats big brother" Blocks. Neben, hinter, unter und über der Demo wollen wir unsere hedonistische Gesinnung mit lauten Bässen und zückenden Körpern Ausdruck verleihen und freuen uns über Alle, die sich uns anschließen. Die zeitgleich von der Gewerkschaft der Polizei und der Hamburger Behörde für Inneres organisierte Demo für mehr Bewegungs- und Demonstrationsfreiheit wollen wir tatkräftig unterstützen, durch lautes Applaudieren, Konfettiregen, intensiven Zuspruch, tolle Weihnachtsgeschenke, Spiel & Spass mit dem Lieblingsbeamten und dem Preis für die beste Schauzbart/Helm Kombi-Look dieses Winters.

Wer nix mehr zu verbergen hat, hat schon alles konsumiert! Dennoch passt bitte auf euch auf und lasst eure After-Hour Amüsierutensilien zuhause. Für kaltes, klares, kaltesklares Wasser könnte neben Petrus auch die Polizei sorgen, die in der Präsentation ihrer Glowstick und Jonglierstabkünste durchaus voreilig und ungeübt daherkommen könnte. Don’t let them catch you!

Hier der Aufruf zu "Out of Control"  und aktuelles von der Antirepressionskampagne

Abends ist noch Tanzen angesagt in der Roten Flora, unsere Freunde von Allesfliesst feiern Geburtstag (freier Eintritt bei schriftliche quittierten City-Platzverweisen und GeSa Besuchen), wie immer Spende an die Flüchtlingskarawane

UncategorizedSeptember 18, 2007 8:21 am

Die Chill – Partei und die IG Feiern freuen sich auf die Geburtsparty der Hedonistischen Internationale Sektion Hamburg:

DEMORAVE

29.09.2007 S-Sternschanze: 16 UHR -  PartyProtestTechno 

DJ´s Nice & Surprise (stop-dj-worship)

Umzug/Aufzug durchs Schanzen4tel über Karo4tel zu Park Fiction!

Ab Samstag Mittag soll es nicht mehr regnen. Billige Regenschirme [Rossmann 2,50€] mitbringen, Parole draufsprühen und Hände in die Luft..

 *LAUT * BUNT * TANZEND * GUDDE LAUNE *

FÜR EIN KULTURELL VIELFÄLTIGES UND SOZIALES ST. PAULI! VIER-VIERTEL INS VIERTEL!

 

ROCKER TO ROCKERS, RAVER TO RAVERS

Wie phantasievoll Hamburg die einmalige Chance vergeben wird, eine riesige innerstädtische Fläche zu etwas einzigartigem, einem lebendigen Stadtteil der Kunst, Kultur und sozialen Vielschichtigkeit zu verwandeln, werden wir in ein paar Jahren bestaunen können: z.B. in der Hafencity an Segelhäfen für die bereits Angekommenen. Endlich aufschließen in die Weltliga der Belanglosigkeit. Gleich nebenan, auf St. Pauli. Auch hier ist die Umstrukturierung in vollem Gange, Kupfertürme ragen in die Höhe, die Zukunft wird greifbar.

Einige Hamburger kämpfen noch mit den täglichen Widrigkeiten des echten Lebens. Mietpreiserhöhungen, Vernichtung preiswerten Wohnraums, Verdrängung aus den citynahen Vierteln und all das, was Gentrification (Hallo BKA) sonst so mit sich bringt. Immerhin ist nun für die Obdachlosen gesorgt, sie bekommen Sprinkleranlagen zum Duschen und dazu auch noch einen schönen Platz – verweis. Genau wie die dreisten Punker, die sich einfach biertrinkend auf den Boden oder Spielbudenplatzbühnen setzen. Das passt wohl nicht nach St. Pauli, das stört die Ordnung der Ordentlichen.

IS EVERYBODY ON THE FLOOR ?

Auch anderen Subkulturtreibenden bläst kalter Hafenwind entgegen. Das Gezerre auf Ämtern für Ausschank-, Lautstärken und andere sinnvollen Genehmigungen wird zur Teilzeitbeschäftigung mit meist unbefriedigendem Ausgang. Kulturelle Veranstaltungen werden schikaniert, Parties aufgelöst, Veranstalter tragen ein hohes finanzielles Risiko, was für unkommerzielle Künstler schnell die Totalpleite bedeutet. In kreativer Auslegung des Gaststättengesetzes werden Genehmigungen nur bei "besonderem Anlass" ausgestellt. Was besonders ist, dass beurteilen Herr Lange und Frau Weile auf fachkundige Weise. Schlagerparty, Harley-Days. Wird ein klotziges Schiff an Führers Geburtstag in einer Speer-artigen Fluchtlichtshow versenkt werden Stadtteile gesperrt, Unsummen ausgegeben und Lärmbelästigung gefördert. Getreu unseres Leitspruchs "think global, rave local" sei daran erinnert, dass es auch eine entgegensetze Reiserichtung gibt: Während die einen im schwimmenden Entertainmentpark um die Welt schippern,  sterben andere auf dem Weg  nach Europa. Sie werden nie den schönen Anblick beim Einlaufen nach Hamburg erleben, zu tausend abgesoffen im Mittelmeer, abgefangen und in der Wüste ausgesetzt, oder rechts- & schutzlos illegalisiert durch Europa schleichend.
Kein Rave ist illegal, Menschen sowieso nicht!

WE NEED A BASSDRUM

Schlechte Zeiten für unkommerzielle Kultur und direkte Demokratie. Es scheint erneuter Betonung zu bedürfen, dass der Sinn eines Gemeinwesens die Förderung des schönen Lebens aller ist. Auf Bürgers Meinung wird hier aber nur dann gehört, wenn sie gerade in die Pläne einer wachsenden Stadt passen, und da der gemeine Hamburger diese Pläne nicht immer teilt, sollten Volksentscheide am besten doch gleich wieder abgeschafft werden. Bürgerengagement sieht hier halt anders aus: z.B. Spenden für leuchtende Vierecke. Die sehen eigentlich ganz spacig aus, die Formgebung erinnert an Park Fiction und lässt hoffen, dass unsere Forderung nach einem Afterhourpark auf der Elbphilharmonie zügig umgesetzt wird. Die Akustik da drin soll auch ganz nett sein… 

Mit einem Bruchteil des Geldes hätte man natürlich auch unkommerzielle Kulturn oder soziale Projekte fördern können, die für die Entwicklung der Stadt mehr getan haben als die Vielharmonie je erreichen wird. Na gut, eine Stadt braucht Leuchtturmprojekte…
Wie hieß nochmal dieser Club mit mm..mojo?

Dafür ist die Künstler Nachwuchsförderung in vollem Gange ist, so wurde eben einfach mal die halbe Hochschule für bildende Künste exmatrikuliert.

Nutzungskonflikte sind beim Zusammenleben vieler vermeidlich, doch scheinen sie zur Zeit etwas einseitig gelöst zu werden. Letztes Beispiel: Man vertreibt erst viele Menschen von ihrem Wohnort, um die viereckigen Messeklötze in die Viertel zu klatschen. Dann räumt man für 169 Gäste im Wasserturm auch noch einen ganzen Park frei, setzt ihn unter permanente Überwachung auf Staatskosten. Heute sieht einer der schönsten Orte der Stadt ziemlich leer und verlassen aus. Kulturelles Biotop zur Einöde, gut gemacht.

SUBKULTUR STATT HAUTECOUTURE

Raver ähneln dem modernen Politikgeschäft: lange, wirre Sonntags-Reden mit endlosen Wiederholungen bei denen keiner richtig zuhört und die am, ach schon wieder Montag?, schnell vergessen sind. Daher fordern wir stellvertretend für viele, die hier mehr machen wollen als teuren Latte Macciato trinken:

FÖRDERUNG DER SUB- UND CLUBKULTUR

durch: 

Bereitstellung leerstehender Flächen für kulturelle Projekte

Genehmigungserteilung für alle Veranstaltungen 

Umwandlung der Zentralstelle Wildplakatierung in eine öffentliche Druckwerkstatt

Abschaffung der Palaktabreißer, was für ein Unsinn. Archiviert sie! 

Sozial ausgeglichene Stadtplanung

Wachsende Lebensqualität statt wachsende Stadt

Miethaie zu Fischstäbchen 

129 bpm statt § 129a

VJ´s zur Videoüberwachung 

Schanzenpark für Alle

Meer Phantasie statt Elbphilharmonie

 

SO BEAUTIFUL TO SEE YOUR HANDS IN THE AIR 

Kommt alle und bringt die anderen auch noch mit, wie immer laut, bunt und verrückt. Für schöne laute Klänge sorgen die Rotzigen Beatz..if we can´t dance, its not our soundsystem ..

 

RESPECT TO

Rotzige Beatz, Hedonistische Internationale, GWA St.Pauli, Kein-Mensch-ist-Illegal, Flshbx, Pudel, u-site, allesfliesst, smallville, Rote Flora, die Boykotteure an der HfBK Schanzenturm, Grünanlage, Weald, Plux, die Media-Spree-Aktivisten in B, HfnKln, Ravemole, die künstler der alligatorfarm,  all die unkommerziellen Techno-Goa-Kunst Veranstalter..

 

AND ALL RAVERS ALL OVER THE WORLD

 zB in Karachi, Pakistan.

Kontakt: Subkulturhautecouture [at] yahoo.de 

PS: Und noch was zum Bild: Ja, es ist ein Zitat vom Prodigy - Music for the jilted Generation Cover, der Mona Lisa der TechnoCover, damals zum Verbot "repetitiver Beats" durch die UK Regierung entstanden. Nein, es ist kein Aufruf zu Straftaten. Ja, man kann da drüber lange streiten, oder es einfach als schöne kitschige Polemik verwenden, so wie wir.

 

Ein kleiner Vorgeschmack und schöne Grüße an die Hedonisten in Hannover, ein Video zur Idee einer hedonistischen Internationalen und deren Umsetzung.

AKTUELLES

Pünktlich zu unserer Demo meldet sich Markus S., Bezirksamtsleiter Mitte, mit einem im wörtlichen Sinne entwaffnenden Vorschlag: Man könne einfach das Trinken auf St. Pauli verbieten! Überall? Nein, nur draußen, auf den Straßen. Man könne ja immer noch in die Bars und Kneipen gehen, oder es auch einfach "zu Hause tun". Gute Idee zur Gestaltung öffentlicher Räume, einfach abschaffen und nach drinnen, ins Private, verlegen! Nur, da können oder wollen sich eben viele kein Bier für 3,50€ kaufen, gewisse Gäste sind in vielen Kneipen ungern gesehen und draußen ists auch einfach schöner. Naja, man kann ja auch wie Markus S. einfach eine Cola auf den tollen Spielbudenbühnen trinken, "da hat man einen ganz guten Blick", aber nur, wenn die "Nichtsesshaften" da nicht wieder rumlagern. Im Gegensatz zu Alstervergnügen-Hooligans oder hunderten besoffenen Fussballfans blockiert die Spezies der Nichtsesshaften nämlich die U-Bahnen und "macht den Menschen Angst". Ohja. Angst macht auch diese Rhetorik, die nichtmal die Mopo schlucken wollte (Zitate aus Mopo-Interview 22.9.) Das für einige Menschen St.Pauli seit vielen Jahren der Lebensraum ist, den man diesen nicht einfach wegnehmen und wegdiregieren kann, nur weil er nicht ins gewünschte Stadtbild passt, würden wir gerne am 29.9 diskutieren bei einer Cola - mit nem guten Schuß.