Die Chill – Partei und die IG Feiern freuen sich auf die Geburtsparty der Hedonistischen Internationale Sektion Hamburg:
DEMORAVE
29.09.2007 S-Sternschanze: 16 UHR - PartyProtestTechno
DJ´s Nice & Surprise (stop-dj-worship)
Umzug/Aufzug durchs Schanzen4tel über Karo4tel zu Park Fiction!
Ab Samstag Mittag soll es nicht mehr regnen. Billige Regenschirme [Rossmann 2,50€] mitbringen, Parole draufsprühen und Hände in die Luft..
*LAUT * BUNT * TANZEND * GUDDE LAUNE *
FÜR EIN KULTURELL VIELFÄLTIGES UND SOZIALES ST. PAULI! VIER-VIERTEL INS VIERTEL!
ROCKER TO ROCKERS, RAVER TO RAVERS
Wie phantasievoll Hamburg die einmalige Chance vergeben wird, eine riesige innerstädtische Fläche zu etwas einzigartigem, einem lebendigen Stadtteil der Kunst, Kultur und sozialen Vielschichtigkeit zu verwandeln, werden wir in ein paar Jahren bestaunen können: z.B. in der Hafencity an Segelhäfen für die bereits Angekommenen. Endlich aufschließen in die Weltliga der Belanglosigkeit. Gleich nebenan, auf St. Pauli. Auch hier ist die Umstrukturierung in vollem Gange, Kupfertürme ragen in die Höhe, die Zukunft wird greifbar.
Einige Hamburger kämpfen noch mit den täglichen Widrigkeiten des echten Lebens. Mietpreiserhöhungen, Vernichtung preiswerten Wohnraums, Verdrängung aus den citynahen Vierteln und all das, was Gentrification (Hallo BKA) sonst so mit sich bringt. Immerhin ist nun für die Obdachlosen gesorgt, sie bekommen Sprinkleranlagen zum Duschen und dazu auch noch einen schönen Platz – verweis. Genau wie die dreisten Punker, die sich einfach biertrinkend auf den Boden oder Spielbudenplatzbühnen setzen. Das passt wohl nicht nach St. Pauli, das stört die Ordnung der Ordentlichen.
IS EVERYBODY ON THE FLOOR ?
Auch anderen Subkulturtreibenden bläst kalter Hafenwind entgegen. Das Gezerre auf Ämtern für Ausschank-, Lautstärken und andere sinnvollen Genehmigungen wird zur Teilzeitbeschäftigung mit meist unbefriedigendem Ausgang. Kulturelle Veranstaltungen werden schikaniert, Parties aufgelöst, Veranstalter tragen ein hohes finanzielles Risiko, was für unkommerzielle Künstler schnell die Totalpleite bedeutet. In kreativer Auslegung des Gaststättengesetzes werden Genehmigungen nur bei "besonderem Anlass" ausgestellt. Was besonders ist, dass beurteilen Herr Lange und Frau Weile auf fachkundige Weise. Schlagerparty, Harley-Days. Wird ein klotziges Schiff an Führers Geburtstag in einer Speer-artigen Fluchtlichtshow versenkt werden Stadtteile gesperrt, Unsummen ausgegeben und Lärmbelästigung gefördert. Getreu unseres Leitspruchs "think global, rave local" sei daran erinnert, dass es auch eine entgegensetze Reiserichtung gibt: Während die einen im schwimmenden Entertainmentpark um die Welt schippern, sterben andere auf dem Weg nach Europa. Sie werden nie den schönen Anblick beim Einlaufen nach Hamburg erleben, zu tausend abgesoffen im Mittelmeer, abgefangen und in der Wüste ausgesetzt, oder rechts- & schutzlos illegalisiert durch Europa schleichend.
Kein Rave ist illegal, Menschen sowieso nicht!
Schlechte Zeiten für unkommerzielle Kultur und direkte Demokratie. Es scheint erneuter Betonung zu bedürfen, dass der Sinn eines Gemeinwesens die Förderung des schönen Lebens aller ist. Auf Bürgers Meinung wird hier aber nur dann gehört, wenn sie gerade in die Pläne einer wachsenden Stadt passen, und da der gemeine Hamburger diese Pläne nicht immer teilt, sollten Volksentscheide am besten doch gleich wieder abgeschafft werden. Bürgerengagement sieht hier halt anders aus: z.B. Spenden für leuchtende Vierecke. Die sehen eigentlich ganz spacig aus, die Formgebung erinnert an Park Fiction und lässt hoffen, dass unsere Forderung nach einem Afterhourpark auf der Elbphilharmonie zügig umgesetzt wird. Die Akustik da drin soll auch ganz nett sein…
Mit einem Bruchteil des Geldes hätte man natürlich auch unkommerzielle Kulturn oder soziale Projekte fördern können, die für die Entwicklung der Stadt mehr getan haben als die Vielharmonie je erreichen wird. Na gut, eine Stadt braucht Leuchtturmprojekte…
Wie hieß nochmal dieser Club mit mm..mojo?
Dafür ist die Künstler Nachwuchsförderung in vollem Gange ist, so wurde eben einfach mal die halbe Hochschule für bildende Künste exmatrikuliert.
Nutzungskonflikte sind beim Zusammenleben vieler vermeidlich, doch scheinen sie zur Zeit etwas einseitig gelöst zu werden. Letztes Beispiel: Man vertreibt erst viele Menschen von ihrem Wohnort, um die viereckigen Messeklötze in die Viertel zu klatschen. Dann räumt man für 169 Gäste im Wasserturm auch noch einen ganzen Park frei, setzt ihn unter permanente Überwachung auf Staatskosten. Heute sieht einer der schönsten Orte der Stadt ziemlich leer und verlassen aus. Kulturelles Biotop zur Einöde, gut gemacht.
SUBKULTUR STATT HAUTECOUTURE
Raver ähneln dem modernen Politikgeschäft: lange, wirre Sonntags-Reden mit endlosen Wiederholungen bei denen keiner richtig zuhört und die am, ach schon wieder Montag?, schnell vergessen sind. Daher fordern wir stellvertretend für viele, die hier mehr machen wollen als teuren Latte Macciato trinken:
FÖRDERUNG DER SUB- UND CLUBKULTUR
durch:
Bereitstellung leerstehender Flächen für kulturelle Projekte
Genehmigungserteilung für alle Veranstaltungen
Umwandlung der Zentralstelle Wildplakatierung in eine öffentliche Druckwerkstatt
Abschaffung der Palaktabreißer, was für ein Unsinn. Archiviert sie!
Sozial ausgeglichene Stadtplanung
Wachsende Lebensqualität statt wachsende Stadt
Miethaie zu Fischstäbchen
129 bpm statt § 129a
VJ´s zur Videoüberwachung
Schanzenpark für Alle
Meer Phantasie statt Elbphilharmonie
SO BEAUTIFUL TO SEE YOUR HANDS IN THE AIR
Kommt alle und bringt die anderen auch noch mit, wie immer laut, bunt und verrückt. Für schöne laute Klänge sorgen die Rotzigen Beatz..if we can´t dance, its not our soundsystem ..
RESPECT TO
Rotzige Beatz, Hedonistische Internationale, GWA St.Pauli, Kein-Mensch-ist-Illegal, Flshbx, Pudel, u-site, allesfliesst, smallville, Rote Flora, die Boykotteure an der HfBK, Schanzenturm, Grünanlage, Weald, Plux, die Media-Spree-Aktivisten in B, HfnKln, Ravemole, die künstler der alligatorfarm, all die unkommerziellen Techno-Goa-Kunst Veranstalter..
AND ALL RAVERS ALL OVER THE WORLD
zB in Karachi, Pakistan.
Kontakt: Subkulturhautecouture [at] yahoo.de
PS: Und noch was zum Bild: Ja, es ist ein Zitat vom Prodigy - Music for the jilted Generation Cover, der Mona Lisa der TechnoCover, damals zum Verbot "repetitiver Beats" durch die UK Regierung entstanden. Nein, es ist kein Aufruf zu Straftaten. Ja, man kann da drüber lange streiten, oder es einfach als schöne kitschige Polemik verwenden, so wie wir.
Ein kleiner Vorgeschmack und schöne Grüße an die Hedonisten in Hannover, ein Video zur Idee einer hedonistischen Internationalen und deren Umsetzung.
AKTUELLES
Pünktlich zu unserer Demo meldet sich Markus S., Bezirksamtsleiter Mitte, mit einem im wörtlichen Sinne entwaffnenden Vorschlag: Man könne einfach das Trinken auf St. Pauli verbieten! Überall? Nein, nur draußen, auf den Straßen. Man könne ja immer noch in die Bars und Kneipen gehen, oder es auch einfach "zu Hause tun". Gute Idee zur Gestaltung öffentlicher Räume, einfach abschaffen und nach drinnen, ins Private, verlegen! Nur, da können oder wollen sich eben viele kein Bier für 3,50€ kaufen, gewisse Gäste sind in vielen Kneipen ungern gesehen und draußen ists auch einfach schöner. Naja, man kann ja auch wie Markus S. einfach eine Cola auf den tollen Spielbudenbühnen trinken, "da hat man einen ganz guten Blick", aber nur, wenn die "Nichtsesshaften" da nicht wieder rumlagern. Im Gegensatz zu Alstervergnügen-Hooligans oder hunderten besoffenen Fussballfans blockiert die Spezies der Nichtsesshaften nämlich die U-Bahnen und "macht den Menschen Angst". Ohja. Angst macht auch diese Rhetorik, die nichtmal die Mopo schlucken wollte (Zitate aus Mopo-Interview 22.9.) Das für einige Menschen St.Pauli seit vielen Jahren der Lebensraum ist, den man diesen nicht einfach wegnehmen und wegdiregieren kann, nur weil er nicht ins gewünschte Stadtbild passt, würden wir gerne am 29.9 diskutieren bei einer Cola - mit nem guten Schuß.