UncategorizedApril 7, 2008 9:18 pm


Das Wetter war verdammt unfreundlich, doch kurz vor Beginn des PunkRaves hörte es auf zu regnen und so versammelten sich eine von allen Wettern gewaschene jubelfreudige Meute, die im Laufe des Nachmittages auf rund 400 Menschen anwuchs, um die 2 Wagen der Hedonistischen Internationale HH und des Hafenklanges. Trotz des Wetters war die Stimmung verdammt gut! Zwei netten Reden befassten sich mit der städtischen Stadtumstrukturierungspolitik in der Schanze, von der die Räumung des Wagenplatzes Bambule und die teilweise tödliche Jagd auf migrantische Mitbürger traurige Höhepunkte sind und deren bestes Ergebnis die Verwandlung eines der schönsten Orte der Stadt, dem Schanzenpark, zu einem Vorgarten für blöde Messegäste ist. Bei schönsten Klängen und unter großem Jubel tanzte sich die Menge dann ins Karoviertel, wo eine flammende Rede "Gegen die Hetze, gegen Gesetze, für mehr Bauwagenplätze" gehalten wurde, und anschließend ein kleines punk-core-krach Konzert stattfand das zufälligerweise so klang wie der Sound von Alec Empire, der jedoch nicht wieder gesehen wurde.. anschließend ging es durch die Wohlwillstrasse auf die Reeperbahn, wo zwei Kundgebungen vor dem privatisierten Spielbudenplatz und dem anderen Empire -dem Hotel- gehalten wurden und bei Anwohnern auf großes Interesse stießen. Nach der Abschlußkundgebung vor dem Pudel Club gingen die meisten Teilnehmer auf das Strassenfest gegen Gentrification, in dessem Rahmen der PunkRave stattfand. Dort tauchten urplötzlich die beiden Sound-Lkw wieder auf, nachdem sie anscheinend ge-carp-ert worden waren. Nach hin und her und dies und das konnte mehr Sound bis zehn Uhr abends durchgesetzt werden, als die Hafenstraßenhäuser ihre Tore für eine lange Partynacht öffneten. 

Die inhaltlich sehr gelungene Auftaktveranstaltung, bei der Gentrification unter verschiedenen Gesichtspunkten thematisiert wurde, könnt ihr euch unter www.esregnetkaviar.de anschauen, lohnt sich!

alles für alle, äh, alles in allem eine gelungene eröffnung der politischen open air saison, vielen dank bei allen mithelfern und für das geile publikum. mit euch macht demonstrieren am meisten spass!

 

UncategorizedApril 2, 2008 1:45 pm

Samstag 5.4. ab 13h Sternschanze Punk-RAVE für eine moderne Stadt

mit Unterstützung der Hedonistischen Internationale, Drumbule, Hafenklang und Marcus Carp / Gladbeck City Bombing / no se todo + Überraschungsgast (post-punk-rave..mmmhh)

ES REGNET KAVIAR!

Wie immer billige REgenschirme bei Rossmann 2,50€ - Farbdose drüber, heisses Accessoire ;- 

Phantasievolle Freiräume statt langweiliger Investorenträume!

In Hamburg, da geht einiges. Zum Beispiel hunderte! Millionen öffentlicher Gelder die Elbe hinunter, für die Errichtung und Erschließung von Büroflächen und Luxuswohnungen mit angeschlossenem Yachthafen. Zusammen mit der Schaffung der Hafen City wird seit einigen Jahren fast die gesamte westliche Innenstadt umstrukturiert: Sanierungen und Mieterhöhungen führen zu einer massiven Verdrängung ärmerer, oftmals migrantischer Bevölkerung an die Randgebiete, die durch zahlungskräftigeres Klientel ersetzt werden. Dabei gehen private Investoreninteressen einher mit städtischer Hilfestellung, etwa durch massive Ausweitung von Polizeikontrollen samt Orwellscher Technik, die erst die Rahmenbedingungen für die Aufwertung schaffen. Oder, ganz Zuckerbrot und Peitsche, durch die städtisch initiierte „Kulturalisierung“ von Stadtteilen wie Wilhelmsburg und Veddel, die durch Kunstevents „der Bevölkerung im neuen Licht“ erscheinen sollen, bis sie dann zum südlichen Teil der Stadtmitte radikal umgestaltet werden. Dies sind einige der Facetten der sog. Gentrification, ein weltweites Phänomen, vom Schanzenviertel bis nach Brooklyn. Eine solche Stadtentwicklung ist aber kein Naturgesetz, sondern die logische Folge des von Politikern häufig beschworenen „internationalen Wettbewerbs der Metropolen“. Gerade St. Pauli ist davon zunehmend betroffen, die Mietpreise für Neuvermietungen entsprechen mittlerweile denen von Blankenese und Nienstedten. Für das bestehende „Milieu“ soll es auf St. Pauli „keinen Bestandsschutz geben“. In anderen Worten: Die Vertreibung der hier und jetzt Lebenden ist durchaus nicht unerwünschtes Ergebnis einer Aufwertungspolitik. Der aktuellen Stadtpolitik geht es nicht darum, die Lebensqualität der Paulianer zu erhöhen (für die es eine Menge zu tun gäbe: Weg mit dem Autoverkehr, mehr öffentliche Grünflächen etc.), sondern privatisiert öffentlichen Raum, etwa den mit Millionen € Steuergeldern umgestalteten Spielbudenplatz, damit er dem Gemeingebrauch entzogen und für eine private Betreibergesellschaft verwertbar gemacht wird. So gilt dort privates Hausrecht, es darf dort nicht mal mehr demonstriert werden, gleiches im „Bavaria Quartier“, wo sogar die Straßen privatisiert wurden.

Für uns sind die Anwohner St. Paulis aber kein „nicht schützenswertes Milieu“, sondern die in Deutschland wohl einzigartige Melange verschiedenster Subkulturen, vom (bettelnden Lebens-) Künstler bis zum migrantischen Transvestiten, die hier (noch) auf wenigen Quadratkilometern zusammenleben. Dies ändert sich schlagartig. Doch Kupferfassaden und sterile Luxuswohnungen gibt es überall auf der Welt, das Herz von St. Pauli schlägt auf der Straße, in verrucht und verrauchten subkulturellen Nischen. Den Betreibern unkommerzieller Kulturveranstaltungen bläst schon länger kalter Hafenwind entgegen. Flächen und Genehmigungen für Veranstaltungen sind fast nicht zu erhalten solange dahinter nicht viel Geld und professionelles Sponsoring steht. Wir kommen fast nicht zum Auflegen unter all den Auflagen! Sogar das für dieses Wochenende geplante Anwohnerfest! in Park Fiction wurde teilweise verboten, nur einige Teil unter hohen Auflagen (etwa: kein Alkoholausschank) erlaubt. Stadtpolitik wird hier nicht für Anwohner gemacht. Wenn mal wieder ein Riesenschiff kommt, oder eine Marketingfirma die Hafenkulisse braucht, werden keine Kosten und Mühen gescheut. Ein anderes aktuelles Beispiel ist der Hafenklang, der nun schon aus seinem Exil vertrieben werden soll. Warum? Weil da so ein Investor an den anderen Investor verkauft hat und der zwar konkret nichts machen will, aber den Hafenklang eben auch nicht mag..

Harmonie in einer Stadt entsteht nicht durch die Klänge eines Orchester-Ensembles, sondern über die Beantwortung der grundlegenden Frage: In was für einer Stadt wollen wir leben? Wir hätten da in paar Vorschläge:

Die Stadt denen, die in ihr leben!

Für ein sozial und kulturell vielfältiges St. Pauli!

Anwohner vor Profit Interessen! 

 Förderung der Sub- und Clubkultur!

Genehmigungen für alle Veranstaltungen!

 Bereitstellung leerstehender Flächen für Kunst & Kultur!

Mehr Phantasie statt Elbphilharmonie!

SUBKULTUR statt HAUTE COUTURE!

 

www.esregnetkaviar.de

 

Presse:

Abendblatt

Mopo: Stoppt die Schickimickis

und besonders schön, unsere verquasten Freunde der "Welt"