Samstag 5.4. ab 13h Sternschanze Punk-RAVE für eine moderne Stadt
mit Unterstützung der Hedonistischen Internationale, Drumbule, Hafenklang und Marcus Carp / Gladbeck City Bombing / no se todo + Überraschungsgast (post-punk-rave..mmmhh)
ES REGNET KAVIAR!
Wie immer billige REgenschirme bei Rossmann 2,50€ - Farbdose drüber, heisses Accessoire ;-
In Hamburg, da geht einiges. Zum Beispiel hunderte! Millionen öffentlicher Gelder die Elbe hinunter, für die Errichtung und Erschließung von Büroflächen und Luxuswohnungen mit angeschlossenem Yachthafen. Zusammen mit der Schaffung der Hafen City wird seit einigen Jahren fast die gesamte westliche Innenstadt umstrukturiert: Sanierungen und Mieterhöhungen führen zu einer massiven Verdrängung ärmerer, oftmals migrantischer Bevölkerung an die Randgebiete, die durch zahlungskräftigeres Klientel ersetzt werden. Dabei gehen private Investoreninteressen einher mit städtischer Hilfestellung, etwa durch massive Ausweitung von Polizeikontrollen samt Orwellscher Technik, die erst die Rahmenbedingungen für die Aufwertung schaffen. Oder, ganz Zuckerbrot und Peitsche, durch die städtisch initiierte „Kulturalisierung“ von Stadtteilen wie Wilhelmsburg und Veddel, die durch Kunstevents „der Bevölkerung im neuen Licht“ erscheinen sollen, bis sie dann zum südlichen Teil der Stadtmitte radikal umgestaltet werden. Dies sind einige der Facetten der sog. Gentrification, ein weltweites Phänomen, vom Schanzenviertel bis nach Brooklyn. Eine solche Stadtentwicklung ist aber kein Naturgesetz, sondern die logische Folge des von Politikern häufig beschworenen „internationalen Wettbewerbs der Metropolen“. Gerade St. Pauli ist davon zunehmend betroffen, die Mietpreise für Neuvermietungen entsprechen mittlerweile denen von Blankenese und Nienstedten. Für das bestehende „Milieu“ soll es auf St. Pauli „keinen Bestandsschutz geben“. In anderen Worten: Die Vertreibung der hier und jetzt Lebenden ist durchaus nicht unerwünschtes Ergebnis einer Aufwertungspolitik. Der aktuellen Stadtpolitik geht es nicht darum, die Lebensqualität der Paulianer zu erhöhen (für die es eine Menge zu tun gäbe: Weg mit dem Autoverkehr, mehr öffentliche Grünflächen etc.), sondern privatisiert öffentlichen Raum, etwa den mit Millionen € Steuergeldern umgestalteten Spielbudenplatz, damit er dem Gemeingebrauch entzogen und für eine private Betreibergesellschaft verwertbar gemacht wird. So gilt dort privates Hausrecht, es darf dort nicht mal mehr demonstriert werden, gleiches im „Bavaria Quartier“, wo sogar die Straßen privatisiert wurden.
Für uns sind die Anwohner St. Paulis aber kein „nicht schützenswertes Milieu“, sondern die in Deutschland wohl einzigartige Melange verschiedenster Subkulturen, vom (bettelnden Lebens-) Künstler bis zum migrantischen Transvestiten, die hier (noch) auf wenigen Quadratkilometern zusammenleben. Dies ändert sich schlagartig. Doch Kupferfassaden und sterile Luxuswohnungen gibt es überall auf der Welt, das Herz von St. Pauli schlägt auf der Straße, in verrucht und verrauchten subkulturellen Nischen. Den Betreibern unkommerzieller Kulturveranstaltungen bläst schon länger kalter Hafenwind entgegen. Flächen und Genehmigungen für Veranstaltungen sind fast nicht zu erhalten solange dahinter nicht viel Geld und professionelles Sponsoring steht. Wir kommen fast nicht zum Auflegen unter all den Auflagen! Sogar das für dieses Wochenende geplante Anwohnerfest! in Park Fiction wurde teilweise verboten, nur einige Teil unter hohen Auflagen (etwa: kein Alkoholausschank) erlaubt. Stadtpolitik wird hier nicht für Anwohner gemacht. Wenn mal wieder ein Riesenschiff kommt, oder eine Marketingfirma die Hafenkulisse braucht, werden keine Kosten und Mühen gescheut. Ein anderes aktuelles Beispiel ist der Hafenklang, der nun schon aus seinem Exil vertrieben werden soll. Warum? Weil da so ein Investor an den anderen Investor verkauft hat und der zwar konkret nichts machen will, aber den Hafenklang eben auch nicht mag..
Harmonie in einer Stadt entsteht nicht durch die Klänge eines Orchester-Ensembles, sondern über die Beantwortung der grundlegenden Frage: In was für einer Stadt wollen wir leben? Wir hätten da in paar Vorschläge:
Die Stadt denen, die in ihr leben!
Für ein sozial und kulturell vielfältiges St. Pauli!
Anwohner vor Profit Interessen!
Förderung der Sub- und Clubkultur!
Genehmigungen für alle Veranstaltungen!
Bereitstellung leerstehender Flächen für Kunst & Kultur!
Mehr Phantasie statt Elbphilharmonie!
SUBKULTUR statt HAUTE COUTURE!
Presse:
Mopo: Stoppt die Schickimickis
und besonders schön, unsere verquasten Freunde der "Welt"